Uni, ungeschönt
Als kluge Frau in einem sehr männerdominierten universitären Fachbereich gerät Kate unweigerlich in Situationen, die vielen Frauen (und auch Männern), die Teil des Universitätsbetriebs sind oder waren, bekannt sein dürften. Die Autorin behandelt diese Themen nicht oberflächlich und klischeehaft, sondern geht vielschichtiger darauf ein – und bettet alles in eine spannende Gesamtgeschichte mit vielen lokalen Bezügen ein: von New York über London bis nach Frankreich. Deshalb ist es schade, dass Amazon das Buch unter „Bücher › Literatur & Fiktion › Frauenliteratur › Zeitgenössische Frauenliteratur“ listet! „Technically Kate“ ist so viel mehr als das! Man kann das Buch durchaus mit „Der Campus“ von Dietrich Schwanitz vergleichen – nur internationaler und in der Informatik angesiedelt.
Durchweg merkt man, dass Rosmary Stegmann die Welt, in der Kate sich behaupten muss, und die Orte, an denen die Geschichte spielt, aus eigener Erfahrung kennt. Als Computerlinguistin hat sie selbst an verschiedenen Universitäten in der Forschung gearbeitet, bevor sie neue Wege einschlug – nach ihrer Promotion in Informatik gründete sie eine Bio-Wollfirma. (Letzteres spielt in dem Buch aber keine Rolle. :-) )
Zusammengefasst ist das Buch ein super geschriebener (und recherchierter) Roman aus der Welt der universitären Informatik-Forschung und glänzt mit sehr schön herausgearbeiteten und interessanten Charakteren.
Also uneingeschränkt zum Lesen empfohlen. Nur mit dem Titel des Romans kann ich auch nach dem Lesen des Buchs noch nicht viel anfangen …

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