Editorial

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Wenn wir die Zukunft mitgestalten wollen, dürfen wir uns nicht mit dem schreibgeschützten Dokument zufriedengeben. Wir brauchen Teilhabe – im System wie in der Gesellschaft. Genau darum geht es derzeit in vielen Diskussionen: Eine neue Regierung hat sich formiert und mit ihr zum ersten Mal ein eigenständiges Digitalministerium. Ein überfälliger Schritt, der aber nur dann wirkt, wenn ihm echte Kompetenzen folgen – und der Wille, Informatik nicht als Tool, sondern als Gestaltungswissenschaft zu verstehen.

Auch in dieser Ausgabe zeigt sich: Digitalisierung ist kein Selbstläufer. Sie braucht Expertise, Verantwortung – und Diskussion. Die Beiträge dieses Hefts greifen zentrale Fragen auf, die uns als Gesellschaft, Wissenschaft und Fachgemeinschaft bewegen.

Zum Beispiel: Welche Rolle kann Virtual Reality spielen, wenn es nicht um Gaming oder den Einsatz in der Industrie geht, sondern um ­Empathie, Gesundheit oder das Altern? ­Stefan Liszio und Bea Vorhof erzählen Rika Baack im Interview von immersiven Erfahrungen, die die Lebensqualität verbessern können. Zum Interview

Was bedeutet es für die Lehre, dass KI-Tools wie Codegeneratoren längst im Alltag von Studierenden angekommen sind? Ute Schmid und Sonja Niemann haben das untersucht – und geben Denkanstöße, wie wir damit in der Ausbildung umgehen ­sollten. Zum Artikel

Zukunft gefragt: Wie lassen sich junge Menschen für ein Informatikstudium begeistern – und was sagen die, die heute Studiengänge verantworten, zu dieser Herausforderung? Marius Hofmeister hat Stimmen aus der Praxis gesammelt. Nachlesen

Sabine Kruspig beleuchtet die ­Informatik in der DDR – ein Beitrag zum Verständnis der historischen Entwicklung und heutigen Perspektiven der Informatik. Zum Artikel

Darüber hinaus bietet diese Ausgabe Einblicke in Themen wie Fake News, KI-gestützte Prüfungen, eine traditionsreiche GI-Veranstaltung, die sich diesmal an der Schnittstelle von Prothetik und Informatik bewegte – und natürlich wie immer den Nœrdman und seinen erfrischenden Blick auf unsere Themen. 

Die nächste Gelegenheit zum Austausch bietet die INFORMATIK vom 16. bis 19. September 2025 in ­Potsdam, zu der wir Sie schon jetzt herzlich einladen. Dort wollen wir viele dieser Themen weiterdenken – mit Fokus auf das diesjährige Thema „The Wide Open: Offenheit von Source bis Science“.

Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre – und vielleicht ein paar neue Argumente für die ­nächste Diskussion.

Ihre Christine Regitz