Editorial

Shift in order

Für Verbraucherinnen und Verbraucher, aber auch Organisationen und Staaten ist es zu einer echten Herkulesaufgabe geworden, im digitalen Raum weder abgehängt noch abhängig zu werden. Stichwort: digitale Souveränität. Beim INFORMATIK FESTIVAL kommen in diesem Jahr all diejenigen zu Wort, die sich dieser Aufgabe angenommen haben. Und auch in der .inf nähern wir uns dem Thema aus verschiedenen Blickwinkeln.

Viel diskutiertes Beispiel: E-Government. Hier sollen digitale Behördengänge möglichst unkompliziert ablaufen, ohne die Produkte großer Tech-Konzerne auskommen und zugleich immer der aktuellen gesetzlichen Lage entsprechen – eine Herausforderung für Beamte und die IT-Teams, die die Services betreuen. Hier kann der sogenannte „Low Code“-Ansatz helfen, wie das Steuerportal ELSTER zeigt. Bei ihrer Einführung war die Software noch ein echter Newcomer auf dem Gebiet der digitalen Verwaltung. Bis heute können wir noch einiges von ihr lernen. Zum Fachartikel

Digitale Verwaltung ist zudem oft Teil von Smart City-Konzepten. Diese können Städte effizienter, attraktiver und – na klar – intelligenter machen. Doch damit das gelingt, braucht es mehr als nur neue Technologien, schreibt GI-Präsidiumsmitglied Prof. Maria A. Wimmer in ihrem Fachartikel. Zum Artikel

Von Stadt zu Staat: Wie souverän verhält sich eigentlich die Bundesregierung bei digitalen Schwerpunkten? In diesem etwas anderen Interview stammen die Fragen von Ihnen, der Informatik-Community, und die Antworten von Markus Richter, Staatssekretär im Bundesministerium des Innern und für Heimat sowie Beauftragter der Bundesregierung für Informationstechnik. Interview lesen

Open Source hängt ebenfalls sehr eng mit digitaler Souveränität zusammen: Und auf den ersten Blick wirkt es meist so, als stünden dem Thema (fast) alle in der Informatik positiv gegenüber. Julian Kunkel vom GI-Arbeitskreis Open-Source-Software hat dennoch mit Lisa Ihde, Manuela Urban und Hans-Joachim Popp diskutiert, was gegen Open Source sprechen kann. Zum Artikel

Aber zur Souveränität gehört nicht nur die Art wie wir handeln, sondern auch wie wir kommunizieren: Dafür laden die Gewissensbits ein zu einer kritischen Debatte um wissenschaftliches Fehlverhalten, wir schauen auf die Sprachen, die unsere Technologien überhaupt erst zum Laufen bringen – und auf die besonderen Beziehungen, die beim gemeinsamen Videospielen entstehen.

Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre!

Ihre Christine Regitz